
Eine Schulpraktikantin, Sofie, sass eines Morgens in meinem Büro und wollte das Thema Animation näher gebracht haben. Praktikanten hatte ich zwar regelmässig zu betreuen, aber keine davon war 12 gewesen. Also habe ich Sofie zeichnen lassen, in diesem Fall ihr Lieblingstier. Anschliessend sassen wir vor ihrem Rechner und sie bekam die Basics in Illustrator erklärt, damit sie ihren Charakter bauen konnte, den wir später dann animieren wollten. Die Oberfläche der Adobe Programme ist recht nüchtern und überfüllt mit Handlungsaufrufen und Fragezeichen aber bereits nach einem halben Tag hatte Sofie ihr digitales Meerschweinchen gebastelt und die Gliedmassen, Öhrchen, Augen auf separate Ebenen verteilt und so für die Animation vorbereitet.
Sie lernte schnell. Als nächstes erklärte ich ihr die Timeline, wie man Ebenen parentet und mit welchen Basis Parametern sie das Schweinchen über die Bühne führen kann indem sie parallel Keyframes setzt. Immer noch alles sehr nüchtern für eine 12 Jährige. Aber als ich die Schweinchen Augen mit der Transparenz kurzeitig verschwinden liess und Flippi überraschend mehrfach blinzelte, war Sofie wie elektrisiert. Ihre Augen leuchteten. Flippi lebte!
Und ich denke, genau das ist es, was soviel Spass bereitet bei dem Thema. Zuzusehen wie die selbstgebauten Grafiken, Icons, Figuren auf der Bühne aufpoppen und Geschichten erzählen.
In einer Hausaufgabe im Studium ging es darum, Geschichten mit einem Bild zu erzählen. Damit habe ich damals mein erstes Nachtalben Skizzenbuch voll bekommen. Meine Diplomarbeit handelte dann auch von einem dieser Bilder und so entstand mein erster Animationsfilm, der ohne den harten Winter 2005 vermutlich nicht möglich gewesen wäre. Warum?
Animation is Concentration
und nichts hilft einem so sehr, seinen Fokus zu behalten, wie ein Winter, bei dem man gerne 18 Stunden vor dem Rechner sitzt.

The Speak Whale entstand beim Hören des "One World One Voice" Samplers.
Es war mein erstes Projekt nach dem Studium, man kann hier sehen, dass ich mich erstmals mit dem Marionettenwerkzeug in After Effects versucht hatte und sehr schnell an die Grenzen dieses Tools kam. Die Grafiken wurden mit diesem Werkzeug geradezu zerrissen, das passierte natürlich niein den Tutorials von Adobe.
"Do all oceans have walls"
Mir gefällt die Message nach wie vor und ich denke, es lässt sich auf viele Bereiche übertragen.
Martin Stahl, ein Freund aus Schweden komponiert seine eigene Musik und seine Freundin Emelie singt dazu. Emelie selbst arbeitet in einer Frittenbude und zweifelt an Ihrem Talent. Im Grunde ist es unglaublich.
Landet Ingenstans - The land of Nowhere gehört zu den meist gespielten Tracks auf meinem Rechner.
In dem Video habe ich versucht, einer einfachen Photoshop Komposition eines bewaldeten Asteroiden eine Tiefe zu geben, indem die Kamera heranzieht und parallel eine Geschichte erzählt wird.
Erneut holprige Animationen, die aber durch den hypnotischen Gesang Emelie Nirlands gerettet werden.
I m the one who soothes you, when you weep
lower my wings to support you ...
I m the one walking alone in the night
settin´ stars on the path u walk
Guarding landscapes, lakes and oceans
You are never alone in your hour of need
... but -
if you ask me where I belong
my answer will be
the land of nowhere
Landet Ingestans
Der Trailer Rückentraining ist gar keiner. Vielmehr ging es darum, einen neuen Stil zu entwickeln, den wir im Vergleich zum bis dato verwendeten Legetrick anbieten wollten. Dabei bekamen alle Figuren und Elemente die Cardboard—, also Pappaufsteller-optik.
Mit Licht und Schatten und der dritten Dimension wurde aus der 2D Szene eine 3D Welt simuliert, für die man wirklich schnelle Rechner benötigt. Mein damaliger i-Mac ging beim Rendern der Lichtszenen mehrfach in die Kniee.
Apropos Kniee, animiert das Video Sie nicht auch, direkt aufzuspringen und etwas für den Kühlschrank zu tun?
Eine spontane Idee meines Vorgesetzten führte innerhalb einer Woche zu diesem Clip mit dem Ziel, den Bürobüffeln ein bisschen Dampf zu machen.
Ein lasse Chef war das.

Ein Insider Gag. Der entwickelte Droid - Charakter in Form des Firmenlogos.
Ich dachte, ich poste mal etwas leichtere Kost nach MonZda.
Warum eigentlich nicht mit dem Rad zur Arbeit? Der Clip stammt aus einer Zeit, als Schritte-zählen via Handy noch ganz neu war und ich den inneren Schweinehund für die AOK entwickeln durfte.
Das in diesem Video verwendete AOK-Logo diente ausschließlich zu Demonstrationszwecken; das Projekt selbst steht jedoch in keiner Verbindung zur AOK und wurde nicht von ihr beauftragt oder veröffentlicht.
Zielvereinbahrungen. Manche Begriffe sind wie Bremsen im Kopf.
Während unsere Autoren 2016 innerhalb von wenigen Tagen ein ganzes Buch zu einem Videodrehbuch zusammenpressen mussten, kam es öfter vor, dass bei den Skripten dann die „leichte Zugänglichkeit“ für Menschen, die das Buch nicht gelesen hatten, auf der Strecke blieben.
Tusche auf Knitterpapier. Das Zeichnen und Animieren hatte Spass gemacht, ich war aber froh, dass sich kein Kunde dafür begeistern konnte.




